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Thüringer Wald: Naturschätze, Musenplätze und sportliche Aufstiege

von Anna Müller

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Der Thüringer Wald erfüllt nicht nur die Sehnsucht nach Ursprung und Stille, er bietet darüber hinaus unerwartete Kulturexkurse und fordert den Wanderer auch gern einmal sportlich heraus.  Städte wie Bad Liebenstein, Ilmenau oder Steinbach-Hallenberg sind die idealen Ausgangspunkte für Erlebniswanderungen nach Wunsch.

Ein Beispiel dafür ist der Kulturwanderweg „Kultur-NaTour – Bad Liebenstein“. Hier überrascht der Schlosspark Altenstein unter anderem mit faszinierenden Aussichten auf die naturgetreue Nachbildung einer Alpenlandschaft. Ganz natürlich gewachsene uralte Gesteinsformationen, wie die sogenannten „Zwölf Apostel” entdeckt der Wanderer dagegen bei der „Oberschönauer Felsenwanderung”. Wer rund um den Kickelhahn, den Hausberg von Ilmenau, wandert, trifft auf Musenorte bedeutender lyrischer Werke, u.a. das Goethehäuschen. Oder er genießt die Aussicht von einem der ältesten Aussichtstürme Deutschlands, dem 24 Meter hohen Kickelhahnturm. 

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Thüringer Wald: Naturschätze, Musenplätze und sportliche Aufstiege

Die Oberschönauer Felsenwanderung überzeugt durch sportliche Aufstiege und sensationelle Aussichten. © Kevin Voigt 

Wandern in Bad Liebenstein: Herzöglicher Landschaftspark, Blütenpracht und Luthermesser

Der Wanderweg „Kultur-NaTour – Bad Liebenstein“ führt zunächst durch den Elisabethpark zur Altensteiner Höhle und weiter zum Morgentor-Plateau im Park von Schloss Altenstein. Von diesem beeindruckenden Felsvorsprung genießt man die Aussicht auf die Kurstadt Bad Liebenstein, Steinbach, Schweina, die Burgruine Liebenstein und auf die Werra. Entlang des Weges zeigen sich immer wieder unerwartete Bauten wie das Chinesische Häuschen, der 1802/03 modellierte Blumenkorbfelsen und die Teufelsbrücke. Dann wird es herrschaftlich. Im Mittelpunkt der 160 Hektar großen Parkanlage Altenstein steht das im Stil der englischen Spätrenaissance errichtete Schloss, einst Sommerresidenz der Herzöge von Sachsen-Meiningen. Schloss und Park Altenstein gehören in diesem Jahr zu den kulturellen Attraktionen der BUGA Erfurt 2021. Neben den blühenden Kunstwerken werden unter anderem Achtsamkeitsspaziergänge, Führungen oder Kräuterworkshops angeboten.

Außerdem veranstaltet der MDR-Musiksommer ein Open-Air-Konzert im Schlosspark. Unweit des Schlosses führt der Weg zum Luisenthaler Wasserfall, der aus 10 Metern Höhe in den romantisch angelegten Waldteich stürzt. Der Wasserfall gehört zusammen mit der Sennhütte im Schweizer Stil zu der Nachbildung einer alpinen Landschaft, die Herzog Georg I. von Sachsen Meiningen einst für seine Luise Eleonore erschaffen ließ.  Die nächste unvergessliche Wegmarke ist das Messerstübchen in Steinbach. Bis in das frühe 14. Jahrhundert reicht die Tradition des Messermacherhandwerks hier zurück. Zum 500. Jubiläum der Bibelübersetzung von Martin Luther entstand eine Produktlinie Original Steinbacher Messer, die sogenannten „Luthermesser“.  Einen erlebnisreichen Wandertag krönt man am besten mit Kultur, zum Beispiel mit einer Theatervorstellung im historischen Comödienhaus. 

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Thüringer Wald: Naturschätze, Musenplätze und sportliche Aufstiege

Schloss und Park Altenstein, einst Sommerresidenz der Herzöge von Sachsen-Meinigen, zählen in diesem Jahr zu den kulturellen Attraktionen der BUGA Erfurt 2021.  © Dominik Ketz

Oberschönauer Felsenwanderung: Bergwiesen, prachtvolle Aussichten und „Zwölf Apostel“ 

Ab Steinbach-Hallenberg führt der Weg zunächst talaufwärts, entlang des rauschenden Kohlenbachs bevor man auf dem Waldweg sein erstes Ziel erreicht: den „Hohen Stein“. Von diesem ersten Aussichtspunkt und Naturdenkmal geht es weiter in Richtung Rennsteig, zur „Hohen Möst“. Der Blick schweift auf die gegenüberliegenden Felsen, die „Katzensteine“, bis in das Haseltal. Auch der Inselsberg, der mit 916 Höhenmetern südlich des Rennsteigs emporragt, ist von diesem Aussichtspunkt gut sichtbar. Über schmale Pfade und wurzelige Passagen führt der Weg diesmal hinab zu den „Zwölf Aposteln“.

Diese beeindruckenden Kletterfelsen wachen der Sage nach als zwölf zu Stein gewordene Riesen über die Landschaft. Der Blick von hier oben fällt auf das idyllische Oberschönau. Bergab geht es in das „Finsterbachtal“, wo man auf blühenden Bergwiesen Knabenkraut, Bärwurz oder die seltene Arnika bewundern kann. An heißen Tagen sorgt der plätschernde Finsterbach für eine erfrischende Abkühlung. Ganz entspannt und mit eindrucksvollen Erinnerungen im Gepäck erreicht man den Ausgangspunkt der Wanderung über einen herrlichen Wiesenweg.
Weitere Informationen: www.steinbach-hallenberg.de 

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Thüringer Wald: Naturschätze, Musenplätze und sportliche Aufstiege

Der Aufstieg auf einen der ältesten Aussichtstürme Deutschlands, dem Kickelhahnturm, wird mit einem fabelhaften Ausblick auf den Kamm des Thüringer Waldes und das nördliche Vorland bis nach Gotha, Erfurt und Weimar belohnt. © Dominik Ketz

Rundwanderung Kickelhahn: Ursprünglichkeit und Goethes wahre Muse

Rund um den Hausberg der Goethe- und Universitätsstadt Ilmenau führt ein idyllischer, naturschöner Wanderweg. Tierischer Namensgeber des 861,1 Meter hohen Berges mag wohl der Auerhahn sein, der einst in diesem Gebiet bejagt wurde. Die Wandertour startet an der Festhalle Ilmenau und führt durch den Stadtpark in Richtung Steinbachtal zum „Kleinen Hermannstein“. Von hier aus bietet sich eine schöne Aussicht auf das kleine Örtchen Manebach. Der idyllische Pfad führt weiter zur Sophienquelle, einem Brunnen, der auch für Geocacher ein beliebter Anlaufpunkt ist.

Vorbei an der rauschenden Wasserstelle geht es weiter zum „Großen Hermannstein“, der nicht nur als steinerne Erhebung wahrhaft „herausragende“ Bedeutung hat. Neben einer tollen Aussicht gibt es seltene Moos- und Flechtenarten zu bewundern. Auch Goethe hat die Besonderheit dieses Ortes geschätzt, dessen berühmte künstlich geschaffene Felsenhöhle wohl so manches Geheimnis kennt. So führte Goethe auch Charlotte von Stein hierher, als sie ihn im Sommer 1776 in Ilmenau besuchte.
Nur mehr ein paar Schritte weiter und schon hat man den Höhepunkt der Wanderung erreicht: das Goethehäuschen auf dem Gipfel des Kickelhahns. „Süßer Friede, komm, ach komm in meine Brust!“ Diese Zeilen gehören zum „Wandrers Nachtlied“, das Goethe 1780 hier an die Bretterwand der einstigen Jagdhütte schrieb. 

Nicht weit von hier dokumentiert die historische Jagdanlage eindrucksvoll die Jagdlust des Weimarer Herzogs Ernst August. Wer einen der ältesten Aussichtstürme Deutschlands erklimmen möchte, sollte den 104 Stufen zählenden Aufstieg auf den 1854 erbauten, frisch restaurierten Kickelhahnturm wagen. Die Belohnung: Ein grandioser Ausblick auf den Kamm des Thüringer Waldes und das nördliche Vorland bis nach Gotha, Erfurt und Weimar. Auf dem Rückweg rundet eine Einkehr im Museum Jagdhaus Gabelbach das inspirierende Wandererlebnis ab. 

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