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Passionsspiele Oberammergau 2022: Vorbereitungen laufen auf Hochtouren

von Anne von Heydebrand
Vorfreude in Oberammergau – bald beginnen die Proben zum Passionsspiel. Foto: Passionsspiele Oberammergau 2022, Sebastian Schulte

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Die Oberammergauer Passionsspiele werden seit 1634 aufgeführt und haben sich schon längst zum Publikumsmagnet entwickelt. Nach langer Pause geht es jetzt wieder los.

Bis zur geplanten Premiere der Passionsspiele am 14. Mai 2022 in Oberammergau sind es zwar noch sechs Monate, für die rund 2100 Mitwirkenden am weltweit bekanntesten Laienspiel haben die Vorbereitungen aber schon begonnen. Für das monumentale Stück über das Leben und Sterben Jesu Christi, das alle zehn Jahre aufgeführt wird, sind Karten ab 30 Euro und Arrangements mit einer bzw. zwei Übernachtungen erhältlich (ab 264 Euro pro Person im Doppelzimmer).

Kinder im Passionstheater Vorfreude c Passionsspiele Oberammergau 2022 Sebastian Schulte
Vorfreude in Oberammergau – bald beginnen die Proben zum Passionsspiel.
Foto: Passionsspiele Oberammergau 2022, Sebastian Schulte

In der Schneiderei wird an rund 2000 Kostümen genäht, der Bühnenbau feilt wieder an den Kulissen, hunderte von Requisiten müssen fertig werden. In der „Flügelei“ wird an gefiederten Schwingen für die Engel gearbeitet, die in den sogenannten Lebenden Bildern zum Einsatz kommen. Die „Tableaux vivants“ mit Szenen aus dem Alten Testament unterbrechen die Spielszenen. Auch Chor und Orchester proben schon eifrig, nur die Sprechrollen müssen sich noch etwas gedulden. „Wir beginnen am 6. Januar mit der offiziellen Leseprobe“, erklärt Pressesprecher Frederik Mayet. Dann wird Spielleiter Christian Stückl, der bereits zum vierten Mal für die Inszenierung verantwortlich ist, die rund hundert Seiten Text mit allen der gut 120 Sprechrollenträgern ganz genau durchgehen. „Die Leseprobe ist immer spannend und für uns der Startschuss, in die Rollen hineinzufinden,“ sagt Frederik Mayet, der zum zweiten Mal den Jesus spielt. Insgesamt gibt es 42 Hauptdarsteller, die sich jeweils eine der großen Rollen teilen. Ab Februar werden dann die Massenszenen auf der großen Freiluft-Bühne des Passionstheaters einstudiert.

Arbeiten im Passionstheater c Passionsspiele Oberammergau 2022 Sebastian Schulte
Im Passionstheater in Oberammergau wird eifrig gearbeitet.
Foto: Passionsspiele Oberammergau 2022, Sebastian Schulte

Die Fluegelei im Passionstheater Oberammergau c Passionsspiele Oberammergau 2022 Andreas Stueckl
In der „Flügelei“ entstehen Engelsschwingen.
Foto: Passionsspiele Oberammergau 2022, Andreas Stückl

„Natürlich ist es eine Herausforderung, wie wir vor dem aktuellen Hintergrund mit Menschenmengen umgehen“, betont Frederik Mayet. „Aber wir werden bei der Spielzeit von 14. Mai bis 2. Oktober 2022 für den höchstmöglichen Sicherheitsstandard sorgen – sowohl für die Zuschauer als auch für die Mitwirkenden.“ Schon während der Probezeit werden Letztere regelmäßig getestet.

Mayet ist einer von den Darstellern, die das monumentale Stück mittragen. Damit ist fast die Hälfte der Einwohner des traditionellen Holzschnitzortes involviert. Genau das macht den Erfolg aus: Die Leidenschaft der Bevölkerung für ihr Spiel, die Kombination von Tradition und Moderne sowie die Kulisse des imposanten Passionstheaters ziehen seit Jahren hunderttausende Zuschauer aus aller Welt an. Der Ursprung des Passionsspiels geht auf ein Gelübde aus dem Jahr 1633 zurück, das von den Oberammergauern abgelegt wurde, um die damals grassierende Pest abzuwenden.

Um das Stück auch jungen Menschen näher zu bringen, veranstalten die Passionsspiele erstmals Jugendtage. Am 7. und 8. Mai 2022 wird es zwei Vorstellungen ausschließlich für Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 28 Jahren geben.

Dabei erläutert eine Einführung ins Spiel und Gespräche mit Mitwirkenden den Hintergrund der Passionsspiele. Die Eintrittskarten sind bereits ab 8 Euro erhältlich, außerdem gibt es günstige Übernachtungsmöglichkeiten, z. B. in Privatunterkünften. Spielleiter Christian Stückl will sich mit diesem Projekt bewusst an alle Konfessionen und Nationalitäten richten und so den interkulturellen und interreligiösen Austausch fördern.

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