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Spiekeroog „WattnExpress“: Neue Fähre ab Sommer 2022

von Anne von Heydebrand

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Die Fähren zur Nordseeinsel Spiekeroog verkehren seit jeher im Rhythmus der Gezeiten. Das Fahrtgebiet im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer lässt eine Überfahrt mit den Inselfähren nur im Zeitfenster zirka zwei Stunden nach Niedrigwasser und zwei Stunden nach Hochwasser zu. Mit den wechselnden Tiden ändern sich die Abfahrtszeiten der Linienschiffe von Tag zu Tag. Für Urlaubs- und Tagesgäste sowie für Insulaner:innen bedeutet dies täglich wechselnde An- und Abreisezeiten und einige Tage, an denen die Aufenthaltszeiten auf dem Festland bzw. der Insel nicht optimal sind.

Im kommenden Jahr bricht ein neues Zeitalter für die Erreichbarkeit der Insel und damit den Tourismus Spiekeroogs an. Die Nordseebad Spiekeroog GmbH (NSB) hat gemeinsam mit der Ems Maritime Offshore GmbH (EMO) eine neue Schnellfähre mit einer Kapazität von 50 Passagier:innen beauftragt. Der Tiefgang des als „WattnExpress“ verkehrenden Schiffes beträgt lediglich rund 70 Zentimeter im beladenen Zustand. Damit wird ein nahezu tideunabhängiger Fährverkehr zwischen Festland und Insel möglich.

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(c) WattnExpress Besitz GmbH – Spiekeroog

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stehend v.l.: Jochen Kruizinga (Fleet Manager, EMO), Marcel Diekmann (Geschäftsführer, EMO), Janka Badberg (Bereichsleitung Schifffahrt, NSB); sitzend v.l.: Jörg Dierlich (Prokurist, NSB), George Philip (stellvertretender Geschäftsführer Penguin International Limited) (c) WattnExpress Besitz GmbH – Spiekeroog

Neben den täglich festen Abfahrtszeiten des „WattnExpress“ verringern sich die Fahrzeiten deutlich. Während die Linienschiffe für die Überfahrt rund 45 Minuten benötigen, verkehrt die künftige Schnellfähre in knapp 20 Minuten zur Insel. Jochen Kruizinga, Fleet Manager EMO, betont die Vorteile des neuen Schiffkonzepts: „Der „WattnExpress“ ist mit einer modernen Antriebsanlage aus wartungsarmen Wasserjets und modernen Hauptmaschinen ausgestattet, welche auch geeignet sind, um umweltfreundliche Gas To Liquid Treibstoffe zu verbrennen.“

Die Kosten für eine Überfahrt mit dem „WattnExpress“ orientieren sich an den regulären Fährpreisen der NSB. Erhoben wird lediglich ein Preisaufschlag in Höhe von einigen Euro. Ähnlich wie bei Fluggesellschaften wird eine Online-Vorbuchung empfohlen, um die Beförderungsleistung sicherzustellen. „Onlinebucher:innen erhalten, wie auf regulären Passagierfähren, einen Vorteil von 15 Prozent auf den Fahrkartenpreis. Für Pendler:innen, Handwerker:innen oder andere Vielfahrer:innen gibt es rabattierte Preismodelle.“, erklärt Janka Badberg, Bereichsleitung Schifffahrt der NSB, zum Preiskonzept.

Der Zugang zum Schiff in den Häfen Neuharlingersiel und Spiekeroog erfolgt über Pontonanlagen. Diese sind barrierearm gestaltet, wobei sich die Neigungswinkel der Rampen je Wasserstand unterschiedlich darstellen. In beiden Häfen werden hierfür neue Pontons angeschafft bzw. vorhandene Pontons erweitert. Unabhängig vom neuen Schiffskonzept der NSB wird, die vom Hafenzweckverband Neuharlingersiel beauftragte Baggermaßnahme zur Erhaltung der Wassertiefen im Frühjahr 2022 umgesetzt. Dies sichert ebenfalls eine tideunabhängige Verbindung zur Insel.

Auftraggeberin des Schiffes ist die „WattnExpress Besitz GmbH“, deren Gesellschafter zu gleichen Anteilen die NSB und die EMO sind. „Mit der EMO haben wir einen idealen Partner für den Schiffsneubau gefunden“, so Ansgar Ohmes, Geschäftsführer der NSB. „Wir profitieren von der Kompetenz und den Erfahrungen der EMO in Bezug auf die Durchführung internationaler Schiffsbauprojekte. Umgekehrt kommt der EMO unsere künftigen Erfahrungen des operativen Schiffsbetriebs zugute.“

Beide Partner sind zu gleichen Geschäftsanteilen an der Besitzgesellschaft beteiligt und finanzieren den Neubau auch hälftig. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf einen unteren, einstelligen Millionenbetrag. Die WattnExpress Besitz GmbH verchartert die Schnellfähre langfristig an die NSB, welche sich für den operativen Schiffsbetrieb zwischen Insel und Festland verantwortlich zeigt.

Gebaut wird der WattnExpress in Singapur bzw. Indonesien. „Mit der Werft Penguin International Limited hat unsere Konzernmutter AG Ems bereits beim Bau der Nordlicht II sehr gute Erfahrungen gesammelt, sodass uns die Entscheidung nach einer internationalen Ausschreibung leichtgefallen ist.“, so Marcel Diekmann, Geschäftsführer EMO. Die Bauzeit beläuft sich auf rund neun Monate. Die Überführung erfolgt dann mit einem Spezialschiff zum Zielhafen Bremerhaven. Die Auslieferung in Deutschland ist für Juli 2022 vorgesehen.

„Ursächlich für unsere Entscheidung zum Bau einer nahezu tideunabhängigen Schnellfähre ist das geänderte Nachfrageverhalten unserer Kund:innen, die deutlich flexibler an- und abreisen möchten. Inselbewohner:innen, Zweitwohnungsbesitzer:innen, Urlaubsgäste und Handwerker:innen sind immer weniger bereit, sich dem Rhythmus der Gezeiten anzupassen“, so Ansgar Ohmes. „Dies zeigt sich nicht zuletzt in der Entwicklung der Wassertaxiverkehr.“ Dieses Segment hat in den vergangenen Jahren ein erhebliches Wachstum erfahren, die Anzahl der Boote nahm ebenso zu, wie die täglichen Abfahrten.

Nähere Informationen werden in nächster Zeit im Internet unter www.spiekeroog.de veröffentlicht. 

Spiekeroog gehört zu den ostfriesischen Inseln im niedersächsischen Wattenmeer, hat eine Fläche von 18 Quadratkilometern und zählt ungefähr 800 Einwohner. Das staatlich anerkannte Nordseeheilbad verfügt über einen kilometerlangen feinen Sandstrand, kleine Wäldchen, eine reizvolle Dünenlandschaft und einen idyllischen Dorfkern. Auf der grünen Insel trübt nichts den unbeschwerten Naturgenuss, denn Spiekeroog ist autofrei.  

Gegründet im Jahr 1924, steht die Nordseebad Spiekeroog GmbH seit knapp 100 Jahren für ein authentisches, nachhaltiges, natürliches sowie qualitativ hochwertiges Urlaubserlebnis. Als Teil des UNESCO-Welterbes Wattenmeer folgt die Insel ihrem grünen Leitbild und verfolgt das Ziel, Vorbilddestination in den Bereichen Tourismus, Mobilität, Nachhaltigkeit und Digitalisierung zu werden. Eigens für die Umsetzung der Projekte initiiert, stehen auf der Agenda unter dem Motto „Nachhaltigkeitsinitiative Spiekeroog“ verschiedene strategische Ziele, die bis 2022 erreicht werden sollen: Neben dem Erhalt und der Entwicklung des natürlichen Lebensraums auf Spiekeroog hat auch der Ausbau nachhaltiger Inselangebote oberste Priorität. Zu den umweltschützenden Initiativen zählen unter anderem die Installation einer Photovoltaikanlage auf dem Dach der Spiekerooger Strandhalle, Solaranlagen auf den Zeltplätzen, Strandmüllboxen, ein ganzheitliches Pfandbechersystem, Ökostrom sowie die Installation von Boden-Aschenbechern. 

Ems Maritime Offshore GmbH (EMO) ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Reederei Aktien-Gesellschaft „EMS“ und wurde im Jahr 2010 gegründet, um die Offshore-Aktivitäten der AG „EMS“-Gruppe auszubauen. Die Energie der Zukunft wird in großen Teilen auf See erzeugt. Als Pionier in puncto Servicedienstleistungen für diese zukunftsweisende Branche, hat EMO die Zeichen der Energiewende früh erkannt und genutzt. Das erklärte, langfristige Ziel ist es, maßgeschneiderte Servicelösungen nachhaltig anzubieten und zu etablieren. EMO betreibt eine eigene Flotte moderner Serviceschiffe unter deutscher Flagge, die auf den Einsatz in den Hochseewindparks der Nord- und Ostsee angepasst sind. Neben den Aktivitäten einer zertifizierten Reederei, die sich auf die besonderen Anforderungen von Offshore-Windparks konzentriert, erbringt EMO ebenso umfangreiche Hafendienst-leistungen in verschiedenen Servicehäfen in der Nähe der Windparkcluster. Dazu gehören die Bereitstellung von Büro-, Lager- und Außenlagerkapazitäten sowie von Stellplätzen und Liegeplätzen für Serviceschiffe. In den Niederlanden ist EMO Betreiber des neuen Heliport Eemshaven. Abgerundet wird das umfangreiche Leistungsportfolio von EMO durch die Maritime Koordinierung, die die Steuerung aller logistischen Prozesse und die maritime Seeraumbeobachtung durch die hauseigene Leitstelle VENTUSmarine umfasst.

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