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Wintersaison am Fichtelberg

Wintersaison am Fichtelberg startet nach Corona-Zwangspause

von Anne von Heydebrand

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Aufbruchstimmung am Fichtelberg: Nach langer Corona-Zwangspause rüsten sich Liftbetreiber, Skischule und Hoteliers für einen Ansturm von Wintersportlern und Touristen. Die Wintersaison am Fichtelberg kann endlich beginnen. Die Erleichterung darüber treibt manchem Tränen in die Augen.

Die Wintersaison am Fichtelberg startet ruhig

Die Pisten sind präpariert, der Schnee glänzt in der Sonne, und die Sicht bei strahlend blauem Himmel ist grandios. Doch an diesem Freitag sind nur wenige Skifahrer am Fichtelberg. Und auch in den Straßen Oberwiesenthals geht es ruhig zu.

Hinter den Kulissen herrsche aber seit Tagen «hektische Betriebsamkeit», erzählt Bürgermeister Jens Benedict. Seit dem 22. November waren die Hotels und Pensionen zu einer Corona-Zwangspause verdammt, der Skibetrieb ruht coronabedingt sogar schon bald zwei Jahre. Dieses Wochenende erwacht Sachsens größtes alpines Skigebiet nun aus der Corona-Starre: Am Samstag wird die Saison eingeläutet – und mit einem Ansturm gerechnet.

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Die Tourismusbranche im Erzgebirge erhofft sich perfekte Bedingungen für die Wintersaison am Fichtelberg

Seit bekannt wurde, dass das Skigebiet und die Hotels wieder öffnen dürfen, laufen überall die Telefone heiß. Für das nächste Wochenende ist etwa das Fichtelberghaus auf dem Gipfel von Sachsens höchstem Berg schon wieder ausgebucht, wie Ellen Fritzsch berichtet: «Die Woche über haben wir noch freie Zimmer.» Sie sei überglücklich, dass nun endlich wieder Leben einkehre, sagt sie. Dabei schießen ihr Tränen in die Augen. Für die ersten Gäste waren am Freitag die Betten frisch bezogen und auch das Restaurant wieder geöffnet.

Gute Bedingungen auf präparierten Hängen

Unter Strom stehen seit Tagen auch die Liftbetreiber am Fichtelberg. Mit voller Kraft verteilten die Schneekanonen die weiße Pracht auf den Hängen. Die kalten Nächte seien sehr günstig gewesen, erklärt der Chef der Fichtelberg Schwebebahn, René Lötzsch. «Das Ergebnis kann sich sehen lassen», betont er und zeigt auf die präparierten Hänge.

Darüber hinaus wurden die Kassen an der Talstation der Schwebebahn konzentriert und zusätzliche Kontrollstationen aufgebaut. Dort müssen Skifahrer und Snowboarder zunächst ihren 2G-Status (geimpft oder genesen) nachweisen. Nur dann erhalten sie ein Bändchen, das zum Kauf des Skipasses und der Nutzung der Lifte berechtigt. Lötzsch: «Wir wollen hier am Fichtelberg sicheren Skibetrieb anbieten.»

Sachsens Skigebiete waren bisher zum Stillstand verdammt. Nicht nur in Oberwiesenthal waren die Hänge auch in den vergangenen Wochen gesperrt, mussten Hoteliers, Liftbetreiber und Skiverleiher zusehen, wie Skifans über die Grenze nach Tschechien fuhren. Auch in anderen Bundesländern waren Skigebiete – anders als in Sachsen – geöffnet. Unternehmer aus Oberwiesenthal hatten sich deshalb im Dezember mit einem Video-Appell an die Landesregierung gewandt und auf ihre prekäre Lage aufmerksam gemacht. Sie warnten vor verheerenden Folgen, wenn die Skisaison erneut ausfalle – offensichtlich mit Erfolg.

«Für uns ist heute wirklich ein schöner, ein großer Tag», konstatiert Tourismusministerin Barbara Klepsch (CDU) bei einem Besuch auf dem Gipfel des Fichtelbergs. Die Wiedereröffnung von Hotels und Kultureinrichtungen in Sachsen sei ein «Signal der Hoffnung». Der Stillstand in den Wintersportorten sei für alle Beteiligten eine sehr schwere Zeit gewesen. Sie erinnerte zugleich an die angespannte Corona-Situation im November, die ein Einschreiten erforderlich gemacht habe. Für den Tourismus sei wichtig, dass Sachsen nun wieder im Gleichklang mit den Nachbarländern sei.

Katja Süß von der Vereinigten Skischule in Oberwiesenthal kann den Trubel am Wochenende kaum erwarten. «Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen», bekennt sie mit Blick auf die jüngsten Lockerungen der Corona-Regeln. Bei ihr klingele seither ununterbrochen das Telefon. Die Skischule werde wieder das ganze Kursprogramm anbieten, ebenso wie den Verleih von Ausrüstung. Sie rechne aber wegen der Auflagen mit Wartezeiten bei der Anmeldung und dem Abholen. Die nächsten Wochen seien auch eine «Lernphase» für das Arbeiten unter den aktuellen Bedingungen.

Viel Optimismus für die Wintersaison am Fichtelberg 2022

«Der Winter ist für unsere Region Hochsaison», verdeutlicht die Chefin des Tourismusverbandes Erzgebirge, Ines Hanisch-Lupaschko. So waren die Übernachtungszahlen wegen des Lockdowns vor einem Jahr massiv eingebrochen, und auch die erneute Schließung von Hotels und Pensionen in der zweiten Novemberhälfte war bitter für die Touristiker. «Wir sind sehr froh, dass es nun wieder eine Perspektive gibt.»

Sie rechne damit, dass das Erzgebirge aufgrund seiner Bekanntheit und seiner Vielfalt an Erholungsmöglichkeiten bei vielen Urlaubern gesetzt sei. Zeigen wird sich das spätestens in zwei Wochen, wenn in Berlin und Brandenburg die Winterferien beginnen. «Diese beiden Länder sind für uns ein ganz wichtiger Quellmarkt.» (dpa)

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