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Immer mehr Weihnachtsmärkte sagen ab – Aussteller in Sorge

von Anne von Heydebrand

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Nach und nach trudeln die Absagen der Thüringer Weihnachtsmärkte ein. Auch deutschlandweit mehren sich die Stornierungen. Thüringer Schaustellerfamilien blicken mit Sorge auf die Entwicklung.

Angesichts der sich zuspitzenden Corona-Lage und der neuen Landesvorgaben sind weitere Weihnachtsmärkte in Thüringen abgesagt worden. Zuletzt sagten die Städte Nordhausen und Saalfeld/Saale am Donnerstag ihre Weihnachtsmärkte ab. «Wenn man mit einem gesunden Menschenverstand auf die Zahlen schaut, kann man das nicht verantworten», sagte ein Sprecher der Stadtverwaltung Nordhausen am Donnerstag auf Anfrage. Auch die neue Landesvorgaben des Freistaates erschweren nach Angaben des Sprechers die Durchführbarkeit.

Das Thüringer Kabinett hatte am Dienstag weitreichende 2G-Regelungen beschlossen. Auch zu Veranstaltungen unter freiem Himmel dürfen demnach nur Geimpfte und Genesene. Außerdem gilt ein Besucherlimit von 2000 Menschen.

«Um den Markt regelkonform zu gestalten, wäre eine Umzäunung und der Einsatz eines Security-Dienstes notwendig gewesen», hieß es am Donnerstag aus dem Saalfelder Landratsamt. Der Stadtrat habe aufgrund der Kosten für ein solches Unterfangen mehrheitlich gegen eine Durchführung des Weihnachtsmarktes gestimmt. Auch Gera ließ am Donnerstag verlauten, dass aufgrund dessen eine Absage des Geraer Märchenmarktes in diesem Jahr unausweichlich sei.

Auch die Weihnachtsmärkte in Jena und auf der Wartburg, in Hildburghausen sowie der mittelalterliche Weihnachtsmarkt am Schloss Wilhelmsburg in Schmalkalden fallen 2021 aus. Mit dem Münchener Christkindlmarkt wurde am Mittwoch einer der populärsten Märkte im Land abgesagt.

Thüringer Schausteller und Schaustellerinnen blicken mit Sorge auf die nach und nach eintrudelnden Absagen der Weihnachtsmärkte. «Es steht momentan alles unter einem schlechten Stern», sagte der Erste Vorsitzende des Thüringer Schaustellervereins, René Otto, der Deutschen Presse-Agentur. Weihnachtsmärkte «fallen wie Dominosteine», sagte der Verbandschef. «Es ist eine ganz unbeschreibliche Gefühlslage, in der wir uns befinden.»

Noch zu Beginn des Herbstes sei man mit ersten Volks- und Kirmesfesten «total optimistisch gewesen». Doch mit der sich rapide zuspitzenden Infektionslage herrschten Fragezeichen vor. Die Schaustellerfamilien verstünden das Reagieren der Politik auf das Infektionsgeschehen, seien aber daran interessiert, dass die Städte an ihren Weihnachtsmärkten festhalten.

«Es wurden Waren gekauft und geordert, teils schon Standgebühren gezahlt», sagte Otto. Absagen wie zuletzt die der Weihnachtsmärkte in Nordhausen und Saalfeld gingen somit mit finanziellen Einbußen über die ausbleibenden Einkünfte hinaus einher. Wenn Märkte abgesagt würden, stünden im Schaustellergewerbe gleich ganze Familien «vor dem Nichts». Überbrückungshilfen könnten noch lange nicht alle Kosten tragen.

Der Verband zählt 54 Mitgliedsbetriebe. Verbandschef Otto hat selbst Buden in Erfurt und Gera aufgebaut. «Die Hoffnung stirbt bekannterweise zuletzt.» Die Vorbereitungen gäben zudem einen Sinn und etwas zu tun, «sonst dreht man durch», so Otto.

Dass die Vorbereitungen nicht ganz umsonst waren, bestätigte Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) am späten Donnerstag in Erfurt. Der thüringenweit größte Markt vor der Kulisse des Doms soll stattfinden; in drei abgetrennte Teilmärkte untergliedert, auf denen sich wie vorgeschrieben jeweils nur 2000 Besucher gleichzeitig aufhalten dürften. Das koste fast 400 000 Euro mehr, sagte Bausewein. Er kritisierte die Landesvorgaben als Affront gegenüber Schaustellern, Bürgern und Kommune. (dpa)

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